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View Full Version : Die Legende der Drachenjäger


Lord Odin
01-15-2007, 16:20
Große Städte, stolze Festen, mächtige Bollwerke und tausende von tapferen Männern schützen der Tage unsere Grenzen und unser Volk. Sie verteidigen uns vor dem, dass im Osten haust und stets unsere Freiheit und unsere nackte Existenz selbst bedroht, doch wisset, dies war nicht seit jeher so. Einst lebten wir wie die Tiere in Höhlen, statt in prächtigen Häusern. Einst nagten wir an den Knochen, statt von vollen Töpfen zu schlemmen. Die Herrscher jener Zeit waren die Drachen, geflügelte Bestien von der doppelten Größe eines Hauses, mit Schwingen, welche die Sonne verdunkelten und Augen mit einem Blick so scharf wie Dolche. Diese Urwesen exitierten lange, bevor es Menschen, Elfen oder Zwerge gab und ihr Odem bestand aus Feuer oder Säure und vermochte alles zu vernichten, was ihren Weg kreuzte. Ihre Schuppen waren härter als ein reiner Mondsilberpanzer und ihr Verstand so klar wie reines Aria.
So zogen die Bestien übers Himmelszelt, stetig auf der Suche nach Nahrung für ihre Brut und auch Menschen zählten zu ihrer Beute. Unsere Vorfahren hausten erbärmlich in den dunklen Grotten der Grimmwarberge, einer der wenigen Orte, wo sie sich zu verstecken vermochten. Wahrscheinlich wären wir einfach vom Anklitz Fiaras verschwunden, wenn uns nicht die Sharwuk, die "kleinen Lehrer mit dem großem Herzen", gefunden hätten. Die, die ihr heute als Zwerge kennt, fanden uns, zitternd und hungernd und in ihren Seelen regte sich Mitleid. Sie teilten ihren Proviant und lehrten uns, das Eisen zu schmelzen und den Stahl zu schmieden. Dieses selbstlose Handeln verbindet unsere Völker noch heute und seit jeher schwören alle Fürsten, Ratsherren, Priester und Soldaten den Schwur des Blutes, welcher da lautet:
"Unsere Schuld kann nur durch Blut wieder gut gemacht werden. Von heute an ist unsere Verbindung mehr als Freundschaft, von heute an sind unsere Völker Brüder und wenn der dunkle Feind vor den Bergen der Zwerge steht, werden wir unseren Lehrern zur Seite stehen und unser Leben für das ihre geben, Blut für Blut!"
Eifrig übten sich die Urstämme in der Kunst und so geschah es, dass ein junger Jäger auszog und einen Drachen erlegte. Hiron vom Stamm der Iskander erstach die Bestie und als das Blut seine Haut und seine Kleidung durchtränkte, bemerkte er die Veränderung. Mit dem Tod des Untiers ging ein Teil seiner Kraft, seiner Intelligenz und seines Wissens auf den Jäger über. Keine Götter, keine unsterblichen Wesen, sondern genauso sterblich, wie ein jedes Geschöpf Aonirs und genauso zu töten, durch einen kräftigen Stich ins Herz.
Und so kehrte Hiron zu seinem Volk zurück und leutete ein neues Zeitalter ein, welches wir die Zeit der großen Jagd nennen. Viele mutige Männer folgten dem Ruf und zogen gemeinsam mit ihm aus, doch nur wenigen war eine Heimkehr beschieden und ihre Namen sollten sich in unsere Erinnerung einprägen, um ihre Träger zur Unsterblichkeit zu führen, Keldhar "Feuertanz" vom Stamm der Utraner, Aban "Diya al Din" vom Stamm Halit, Vokhar "Steinschmetterer" vom Stamm der Wulfgar und Alwen "Klippenspringer" vom Stamm der Leonidar. Und es war Vokhar, welcher einen jungen Greifen rettete und den Pakt zwischen Menschen und diesen Wesen schloss.
Auch die Greifen dienten den Drachen als Nahrung und wurden beinahe bis zu ihrer Ausrottung gejagdt. Die Menschen teilten ihre wenige Nahrung mit diesen edlen Geschöpfen, aber erst die Bereitschaft, sich für einen der ihren zu Opfern besiegelte einen Pakt, der für die Ewigkeit geschmiedet wurde. Die erfolgreichen Jäger teilten das Fleisch der Urwesen mit ihren Brüdern und den Greifen und stärkten so die Kraft und schärften den Verstand ihres Volkes. Die Zahl der Menschen wuchs an und es kam die Zeit, da die Berge nicht mehr genug Nahrung und Unterkünfte boten. Die Zahl der erfolgreichen Drachenjäger wuchs stetig und schließlich glitten die Menschen auf den Rücken der Greifen hinab in die Täler und jagten die einstigen Herrscher der Welt auf ihrem eigenen Territorium. Ein langer, blutiger Konflikt entbrannte und schließlich waren es die vermeintlich schwächeren, welche den Sieg davontrugen.
Sie befreiten die Ebenen, die wir heute Northander nennen, vom Fluch der geflügelten Urwesen und legten den Grundstein für das fruchtsbarste Reich, welches seit den Formern auf Eo existiert hat. Schnell expandierte das hyborische Imperium, bis es schließlich von den großem Westmeer bis zum Frostspitzengebirge, welches heute im Herzen Zal`Utlashs liegt und von den Bergen Underhalls bis zu den Wäldern von Finon Mir.
War es Neid? Missgunst oder einfach nur grenzenlose Machtgier, welche unser edles Erbes so verkommen ließ? Von Graufurt aus sandte der Drachenkaiser seine treuesten Jäger aus, um die Drachenbrut bis in die letzten Winkel unserer Welt zu jagen. Während tausende tapferer Soldaten am Schwertwall der Elfen ihr Leben ließen, suchten unsere besten nach neuer Beute, um das Leben eines Mannes zu verlängern. Wie Vieh wurden die einstigen Gegner zum Hof des Herrschers gezerrt, nur um nach endlosem Leid endgültig ihren Gnadenstoß zu bekommen, wie es seit jeher der Brauch war, denn die Materia Prima bleibt nicht ewig im Körper eines Menschen und so muss er diesen Blutspakt ständig erneuern, wenn er seine Kraft nicht verlieren will.
"Eitelkeit wird einst unser aller Untergang sein, lasst mich mit meinen Jägern die Krieger an den Wäldern des Finon Mir unterstützen. Beendet dies sinnlose Verschwenden von Leben, mein Kaiser!"-Solokon, der erst Jäger zu Zeiten Xavirs
"Ihr wagt es, meine Weisheit in Frage zu stellen, nichtsnütziger Wurm? Ich entscheide, wo meine Jäger mir am besten dienen und nicht ihr. Geht mir aus den Augen, ich erkenne euch den Titel des ersten Jägers ab und verbanne euch von meinem Hof!-Xarvir, dritter Drachenkaiser
Die Materia Prima ist es, was einem Drachenjäger wahre Kraft gibt. Sie ist die Saat des Lebens, welche im Blut der Urwesen fließt und ihnen ihre Kraft und ihre Unsterblichkeit gibt. Diese Narren wissen nicht, was sie da vernichten, welchen Schatz sie so sinnlos ins ewige Feuer werfen. Ich muss handeln, wenn ich eine Probe dieses Blutes untersuchen will, denn ich werde die Kraft des Blutes für alle Ewigkeiten erhalten!-Ianus Malacay, erster Alchemist und Medicus des Drachenkaisers zu Zeiten Xarvirs
Gejagt und geschunden zogen sich die Echsen in die entlegensten Winkel dieser Welt zurück und verkrochen sich in den tiefsten Höhlen, welche nicht einmal die Former kannten. Der Plan der Kaiser scheiterte und mit dem Versiegen des Blutes, versiegte die Macht und der Glaube.
Mit dem Erscheinen der Dunklen und den ersten Kriegen setzte sich der Glaube an die Wächter in Northander langsam durch und aus Geschichte wurde Mythos und Sage. Nicht mehr viel wissen wir über die alten Krieger, welche uns in unser aller Freiheit führten, nur um dann von ihrer eigenen Macht geblendet zu werden.
Die Erben der Jäger wurden Fürsten und Adelige, welche uns heute regieren und auch sie halten das Andenken der Alten in Ehren. Die Armee gibt ihre Befehle noch heute traditioniell in der Sprache der Drachen, welche auch die Sprache der Jäger ist. Gedenkt dem Vermächtnis und vergesst es nie, junger Hörer. Nutzt das Beispiel jener Menschen als Inspiration, als auch als Abschreckung, denn sie sind unser Aufstieg und unser Fall-Magnus Isthar, die Chroniken Northanders

-geschrieben von Bladedancer (http://spellforce.jowood.com/forum/member.php?u=10510)